Kantonale Schweiss- und Gehorsamsprüfung 2026
Bewährte Nachsuchearbeit im Hegering Olten-Gösgen-Gäu
Die Nachsuche auf krankgeschossenes oder verunfalltes Schalenwild gehört zu den anspruchsvollsten und zugleich verantwortungsvollsten Aufgaben der Jagd. Ein zuverlässig arbeitender Schweisshund, der eine Wundfährte auch über weite Strecken und unter schwierigen Bedingungen sicher ausarbeitet, verkürzt das Leiden des Wildes und ist damit ein zentraler Baustein des Tierschutzes bei der Jagdausübung. Wie leistungsfähig die im Kanton Solothurn geführten Gespanne sind, zeigte sich auch dieses Jahr wieder an der kantonalen Schweiss- und Gehorsamsprüfung.
Am Wochenende vom 21./22. August 2026 führte Revier Jagd Solothurn im Hegering Olten-Gösgen-Gäu wiederum diese Prüfung durch. Sammelplatz und Ausgangspunkt für alle Gruppen war das Schulhaus Bühl in Däniken – ein Standort, der sich für die Organisation einer solchen Prüfung mit mehreren Reviergruppen seit Jahren bewährt hat und auch dieses Jahr wieder allen Beteiligten kurze Wege ermöglichte.

Sorgfältige Vorbereitung am Vortag
Bereits am Freitagnachmittag, 21. August, legten die Richterobleute gemeinsam mit den ortskundigen Fährtenkundigen die Prüfungsfährten im bewährten Tropfverfahren mit Rehschweiss an. Ab 14 Uhr entstanden so die 500-Meter- und die 1000-Meter-Fährten, auf denen die Gespanne am Folgetag ihr Können unter Beweis stellen sollten.
Nur eine sauber und reglementskonforme angelegte Fährte erlaubt eine faire Beurteilung der Hunde – entsprechend anspruchsvoll und verantwortungsvoll ist diese Vorarbeit, die viel Erfahrung und Ortskenntnis voraussetzt. Im Anschluss ans Fährtenlegen liess man den Tag bei einem gemütlichen Waldfest ausklingen, ein kleiner, aber verdienter Dank an alle, die im Vorfeld Zeit und Fachwissen einbringen und ohne die eine solche Prüfung nicht stattfinden könnte.
Früher Start am Prüfungstag
Der Samstag begann früh: Um 6.30 Uhr trafen sich Richter, Fährten- und Revierkundige beim Schulhaus Bühl, die Hundeführer folgten bis spätestens 6.45 Uhr. Wer zu diesem Zeitpunkt Abstammungsurkunde oder Leistungsheft nicht vorweisen konnte, wurde konsequent nicht zur Prüfung zugelassen – ein Punkt, den der Delegierte Hundewesen RJSO, Holger Weishäupl in seiner Prüfungseinladung ausdrücklich betont hatte. Nach der Chipkontrolle und der Begrüssung um 7 Uhr verteilten sich die Gruppen in die verschiedenen Reviere des Hegerings.
Geprüft wurde nach dem Reglement für Schweissprüfungen (SWPO) 2025 der Technischen Kommission der Arbeitsgemeinschaft für das Jagdhundewesen (AGJ) sowie nach der PO Gehorsam RJSO 2023. Zur Prüfung zugelassen sind grundsätzlich alle jagdlich erlaubten Hunderassen ab einem Mindestalter von 15 Monaten; Gespanne, die im laufenden Jahr dieselbe Distanz bereits erfolgreich absolviert hatten, blieben aussen vor – eine sinnvolle Regel, damit nicht dieselben Hunde mehrfach dieselbe Fährte «abräumen» und andere Gespanne dafür auf der Strecke bleiben. Läufige Hündinnen mussten dem Prüfungsleiter vorgängig gemeldet werden, kranke oder verletzte Hunde waren generell nicht startberechtigt, und ausserhalb der eigentlichen Arbeit galt durchwegs Leinenpflicht – Vorgaben, die dem Tierschutz und einem fairen Prüfungsablauf gleichermassen dienen.
Auch an die organisatorischen Details war gedacht: Für den Versicherungsschutz waren die Teilnehmer selbst verantwortlich, Schussabgaben im Rahmen der Gehorsamsprüfung erfolgten ausschliesslich durch dazu befugte Personen des Veranstalters, und auf dem gesamten Prüfungsareal galt die Pflicht, den Kot der eigenen Hunde aufzunehmen. Wer sich beim anschliessenden Aser oder an der Festwirtschaft verpflegen wollte, musste zudem daran denken, dass dort ausschliesslich mit Bargeld bezahlt werden konnte – ein Hinweis, der in der Einladung bewusst grossgeschrieben wurde.
Reglement mit klaren Leitplanken
Das Reglement von Revierjagd Solothurn, das seit Januar 2025 in dieser Form angewendet wird, regelt neben den fachlichen Anforderungen auch die organisatorischen Eckpunkte. Die Anzahl der startberechtigten Gespanne ist limitiert; über den genauen Grenzwert entscheidet jeweils der Prüfungsleiter. Bis Ende Mai ist die Anmeldung ausschliesslich Solothurner Gespannen vorbehalten, erst danach steht sie bis zum Anmeldeschluss auch auswärtigen Hundeführern offen. Massgebend für die Zulassung ist dabei das Anmeldedatum, und die Teilnahmegebühr ist direkt mit der Anmeldung zu entrichten – die Anmeldung selbst gilt zudem erst nach Eingang der Zahlung als gültig.
Für allfällige Einsprüche gilt eine strikte Frist von einer Stunde nach Bekanntgabe der Resultate; sie können sich einzig auf Fehler und Irrtümer von Veranstalter, Prüfungsleiter, Richtern oder Helfern beziehen, nicht aber auf die Ermessensfreiheit der Richter selbst. Entschieden wird gleichentags durch den Prüfungsleiter zusammen mit zwei unbeteiligten Richtern, endgültig und ohne Weiterzugmöglichkeit.

Gastfreundschaft als fester Bestandteil
Dass eine solche Prüfung nur mit vielen freiwilligen Händen gelingt, zeigte sich auch 2026 wieder deutlich: Der Hegering Olten-Gösgen-Gäu sorgte für Verpflegung und Gastfreundschaft, ab 11.30 Uhr stand der Aser bereit, bevor gegen 13.30 Uhr die Schlussbesprechung beim Schulhaus Bühl den Prüfungstag abrundete. Zwischen der Verschiebung in die Reviere am frühen Morgen und der abschliessenden Besprechung am Mittag steckt dabei jeweils ein ganzer Tag konzentrierter Arbeit für Richter, Hundeführer und Helfer – meist bei jedem Wetter und über Stunden im Gelände.
Holger Weishäupl, dem Delegierten Hundewesen Revierjagd Solothurn und Prüfungsleiter Jürg Jäggi, war es damit ein weiteres Mal gelungen, im Zusammenspiel von Richtern, Fährtenkundigen, Helfern und den Reviervertretern des Hegerings eine reglementskonforme und reibungslos organisierte Schweiss- und Gehorsamsprüfung auf die Beine zu stellen.
Solche Anlässe leben von der Bereitschaft vieler Jägerinnen und Jäger, ihr Wissen und ihre Zeit ehrenamtlich einzubringen – sei es bedim Fährtenlegen, als Richter im Feld oder als Helfer rund um den Sammelplatz.
Am Ende profitieren davon nicht nur die geprüften Gespanne, sondern
letztlich das Wild selbst, dem eine rasche und sichere Nachsuche erspart, unnötig zu leiden.
Die Verantwortlichen dürfen mit der Durchführung 2026 zufrieden sein und werden die bewährte Zusammenarbeit mit dem Hegering Olten-Gösgen-Gäu sowie den übrigen fünf Hegeringen im Kanton Solothurn auch in den kommenden Jahren fortsetzen.
Teilnehmer aus unseren Reihen
- Claudia Volonté mit Bruno
- Axel Christ mit Vito of Aluschta

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